Der ReuterForum-Blog bietet Informationen rund um das nachbarschaftliche Leben im Berliner Reuterkiez.
Im Blog werden Initiativen und Menschen vorgestellt, die im Viertel etwas bewegen: Aktive Kiezbewohner_innen, die Mieterinitiativen auf die Beine stellen, sich für den öffentlichen Raum, die Kitas und Schulen engagieren, jungen Familien zu Hause helfen oder Freizeitangebote für Kinder und ältere Menschen organisieren.
Ziel ist es, dass im Laufe der Zeit, bis zum späten Frühjahr 2016, eine Übersicht über all diese Aktivitäten und Anlaufstellen entsteht.
Mehr Informationen finden Sie hier.

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Hallo Welt!

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„Wir, die wir hier wohnen, sind doch die eigentlichen ExpertInnen!“

Seit 1982 lebt Christine Skowronska-Koch im Reuterkiez. Und seit fast 30 Jahren ist sie beim Nachbarschaftszentrum elele in der Hobrechtstraße federführend mit dabei. Wer sich etwas länger mit ihr unterhält, merkt schnell: hier ist eine, die den Kiez wirklich kennt und ihre Umgebung durch unablässiges Engagement über die Jahre mitgestaltet hat.

„Wenn meine Söhne mal wieder meckern, dass das ganze Engagement doch eh nichts bringt, dann geh ich mit ihnen durch den Kiez und zeige ihnen von Fahrradständern über neu gepflanzte Bäume bis hin zu Fußgänger-Überquerungen, dass aktive Teilhabe eben doch zu Veränderungen führt“ erklärt Christine Skowronska-Koch ihren pragmatischen Ansatz in punkto Bürgerbeteiligung.

Die Mittfünfzigerin, die gleich um die Ecke vom elele wohnt, ist auch außerhalb des Nachbarschaftszentrums aktiv: im Quartiersrat, im Mietenbündnis sowie in der AG Wohnumfeld. „Diese AG hat sehr viel bewirkt hier im Kiez“ sagt sie. Dinge wie die oben zitierten Fahrradständer und auch andere Verbesserungen, die das tägliche Leben rund um den Reuterplatz erleichtern.

Was ist ihre Motivation, sich in einem solchen Umfang zu engagieren? „Mein persönlicher Ansatz hat auch viel mit der deutschen Übersetzung des Wortes elele zu tun: Hand in Hand.“ Die studierte Sozialpädagogin erklärt, dass ihr Engagement nicht unbedingt karitativ motiviert ist, sondern sie aus der Freude am gemeinsamen Gestalten handelt. „Für mich hat das Wohnen im Kiez eben auch ganz klar etwas mit Mitgestaltung zu tun. Wenn ich mich irgendwo heimisch fühlen will, dann muss ich mich aktiv mit meinem nachbarschaftlichen Umfeld auseinandersetzen. Einfach nur irgendwo zu wohnen und die Angebote um die Ecke zu konsumieren, wäre nichts für mich.“

Christine Skowronska-Koch genießt es demnach auch, dass sie so viele Leute im Kiez kennt und in so viele Gruppen und Initiativen eingebunden ist. Das macht das Umfeld für sie auch attraktiv.
Dennoch ist ihr bewusst, dass sie sich auch manchmal abschotten muss. „Wenn ich am Wochenende einkaufen gehe und Menschen aus meinem Arbeitsumfeld begegne, dann kann es schon mal sein, dass ich nicht so gesprächig wie sonst bin und nur kurz grüße“ gibt Frau Skowronska-Koch zu. „Aber ich brauche eben auch ab und zu mal diese Zeit für mich.“

Bei so viel ehrenamtlich aufgebrachter Zeit ist das sicherlich auch eine gesunde Haltung. Vor allem, weil sie mit Ihren vielen Aktivitäten auch durchaus in den öffentlichen Fokus gerückt ist und sicherlich jede freie Minute bei Workshops oder mit Initiativen verbringen könnte. Christine Skowronska-Koch mit ihrem bodenständigen, direkten Wesen ist jedoch keine, die sich nach Sektempfängen in Rathäusern oder offiziellen Auszeichnungen sehnt. Sie ist getrieben von dem durchaus altruistischen Wunsch, etwas für Ihren Kiez zu tun. Punkt.

Wenn man sie fragt, was sie sich für „ihr“ Nachbarschaftszentrum wünscht, mal ohne Beschränkungen und unter der Annahme voller Kassen, lacht sie kurz auf und sagt: „Wir brauchen einfach noch mehr Räume. Hier ist von morgens bis abends Betrieb und die Nachfrage nimmt nicht ab. Wir träumen auch von Außenflächen – und von einer besseren finanziellen Ausstattung, auch von Seiten des Bezirks.“

À propos finanzielle Ausstattung: Zum Ende des kommenden Jahres wird auch das Quartiersmanagement am Reuterplatz, das fast in direkter Nachbarschaft zum elele liegt, seine Arbeit einstellen. Das bedeutet auch, dass sich der Quartiersrat, der bislang durch QM-Mittel unterstützt wurde, zu einem neuen, zivilgesellschaftlichen Forum verändern wird. Christine Skowronska-Koch als eines der aktiven Mitglieder dieses Gremiums hofft, dass der Wandel gelingen wird und auch neue Interessierte mit hinzukommen werden. „Für uns ist das natürlich auch eine Herausforderung: wie gestalten wir eine solche Gruppe so, dass sie nicht ihre Identität verliert, aber dass sich auch Neuankömmlinge wohlfühlen können?“

Wer sich von Christine Skowronska-Koch inspiriert fühlt und auch Lust verspürt, den Kiez aktiv mitzugestalten, ist herzlich eingeladen, zum Quartiersrat Kontakt aufzunehmen: info@reuterforum.de.

Zum Schluss haben wir wie immer nachgefragt, wer denn sonst noch eine wichtige Inspirationsquelle im Kiez ist und wen wir als Nächstes interviewen könnten.
Die Antwort von Christine Skowronska-Koch: „Sie sollten auf jeden Fall das Team der katholischen St. Christophorus-Gemeinde treffen“ so die Empfehlung. „Die machen herausragende Aktionen, wie beispielsweise ‚Asyl in der Kirche’ und sind extrem offen und engagiert.“

Wir danken Christine Skowronska-Koch für das interessante Gespräch!

INFOBOX elele:
Christine Skowronska-Koch und Gülhatun Beyer
Hobrechtstraße 55
12047 Berlin
Tel: 030 623 60 92
Fax: 030 698 15 743
E-Mail: info@elele-berlin.de

Beitragsbild: UrbanPlus, 2015

„Um die Gegenwart verstehen zu können, ist es wichtig, in die Geschichte zu schauen“

Der Reuterkiez hat sich in wenigen Jahren so rasant verjüngt, dass es vielen alteingesessenen Bewohner_innen so vorkommen muss, als seien sie in eine ganz neue Gegend gezogen.
Das Viertel rund um den Reuterplatz wird oft als „bunt“ beschrieben. Tragen aber auch die Senior_innen, die immerhin ca. 8 % des Bevölkerungsanteils stellen, zu diesem bunten Erscheinungsbild bei oder werden sie eher übersehen?

Wir haben nachgefragt bei Ursula Bach, Diplom-Politologin und Projektleiterin des Interkulturellen Seniorenprojekts hier im Reuterkiez.

Ursula Bach beschäftigt sich seit knapp 30 Jahren mit zeitgeschichtlichen Projekten in Mikrokosmen. Der Kosmos, den sie am intensivsten studiert und erforscht hat, ist zweifellos die Gegend rund um den Reuterplatz. Hier hat sie seit 1989 mehrere Projekte zur Geschichte, unter anderem mit Zeitzeugen und deren persönlichen Geschichten durchgeführt. So fühlt sie sich dem Kiez auch stark zugehörig, obwohl sie auf der anderen Seite des Landwehrkanals wohnt. Beim Gespräch mit ihr beginnt man zu erahnen, welche identitätsstiftende Kraft die Geschichten der Kiezbewohner_innen haben – und wie gut es ist, dass sich jemand mit Interesse und Sachverstand diesen Erzählungen annimmt, sie zeitgeschichtlich einordnet und einem Publikum öffnet.

„Mir ist es wichtig, geschichtliches Wissen zu sichern“ sagt Ursula Bach auf die Frage nach der Motivation für ihre Arbeit. Das hat sie beispielsweise auch mit dem Geschichtsgesprächskreis an der VHS Neukölln, der immerhin zehn Jahre lang aktiv war, eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Im Rahmen ihres hiesigen Seniorenprojekts bietet sie Spaziergänge durch den Kiez an, organisiert gemeinsame Aktivitäten mit Kindern, Ausflüge zu interessanten Orten in Berlin, publiziert Broschüren mit Erinnerungen der Senior_innen an den Wandel des Reuterkiezes und hat bei alldem vor allem das Ziel, älteren Menschen aus dem Viertel bessere Teilhabechancen zu eröffnen.

„Bei der Seniorenarbeit, die ich mache, ist der Freizeit-, Kultur-, und Bildungsaspekt eindeutig im Vordergrund“ so Ursula Bach. „Ich will die Menschen aktivieren und sie zum Gestalten und Einmischen anregen“. Dieser Anspruch der Interessensvertretung für Ältere ist auch bei ihrem neuesten Projekt, der Ausstellung „Der Reuterkiez aus der Sicht älterer Menschen“, deutlich spürbar. 25 Senior_innen aus dem Viertel haben sich daran beteiligt, das Wohnumfeld und die Qualität des öffentlichen Raumes zu reflektieren und zu bewerten. Dabei kam klar heraus, dass zumindest innerhalb der Gruppe der Teilnehmenden die Vielfalt und das Treiben im Kiez durchaus geschätzt wird. Viele der Älteren gehen gern auch in die angesagten Cafés oder genießen die wachsenden kulturellen Angebote. Schwierig wird es allerdings da, wo die feine Balance des Miteinanders aus den Fugen gerät: wenn die Außenbestuhlung von Cafés plötzlich bis zur Bordsteinkante ausufert und man am Vorbeigehen gehindert wird, wenn fröhliche Stimmen und Musik aus den Bars im Lauf der Nacht zu einem schlafraubenden Dröhnen anschwellen oder wenn man aufgrund fehlender Radwege ständig Gefahr läuft, von einem auf dem Gehweg vorbeirasenden Fahrrad erfasst zu werden.

Das Interessante an der Ausstellung ist unter anderem ihr konstruktiver Ansatz. Für alle Aspekte, die von den Teilnehmenden als problematisch eingestuft wurden, gibt es konkrete Lösungsideen. „Wir sind für viele der genannten Themen mit Initiativen oder Personen in Kontakt, die uns konkret bei der Erarbeitung von Lösungen unterstützen. Einiges wollen wir in Zusammenarbeit mit der AG Wohnumfeld aus dem Reuterkiez umsetzen“ erzählt Ursula Bach. Ihr geht es dabei nicht um eine einseitige Durchsetzung von Interessen, sondern um ein gemeinsames Gestalten mit allen Bewohner_innen. Dabei ist die Leitfrage: In was für einer Welt wollen wir zusammen leben?

Auf die Frage, was ihr größter Traum in Bezug auf ihre Arbeit sei, denkt Ursula Bach kurz nach und schildert dann ihre Vision eines offenen Hauses, in dem sich Menschen aus allen Kulturen und über Generationen hinweg begegnen und miteinander sein können. Wie können Kiezbewohner_innen dieses wichtige Engagement unterstützen? „Vor allem: Weitererzählen, Menschen einladen, das Wissen und die Erzählungen der Älteren auch an die Orte der Jüngeren bringen und Möglichkeiten zum Austausch schaffen“.

Wen sollen wir als nächstes interviewen? Wer inspiriert und motiviert Ursula Bach bei ihrer täglichen Arbeit? Sofort hat sie einen Tipp für uns: „Der Kiosk am Reuterplatz. Das Team dort macht eine sehr engagierte Arbeit und der Ort an sich ist auch wichtig für meine beruflichen Aktivitäten“.

Alle, die sich die Ausstellung „Der Reuterkiez aus der Sicht älterer Menschen“ anschauen wollen, haben noch bis zum 14. Januar die Möglichkeit dazu. Jeweils Mo, Mi und Do in der Zeit von 10 bis 17 Uhr im Büro des QM Reuterplatz in der Hobrechtstr. 59. Öffnungszeiten: Mo., Mi. und Do. 10 – 17 Uhr (vom 24.12.2015 bis 3.1.2016 ist das Büro geschlossen).

Kontakt Ursula Bach: 030- 6119611 oder ursula-e-bach@gmx.de

Fotorechte: Friedhelm Hoffmann,
Ursula Bach im Gespräch beim Kiezspaziergang am 23.6.2015

Vom Quartiersrat zum ReuterForum

Der „Quartiersrat Reuterkiez“  besteht aus engagierteren Bürgerinnen und Bürgern des Reuterkiezes in Nord-Neukölln und vertritt die Interessen der Kiezbewohnerschaft. Er setzt sich seit 2003 dafür ein, dass der Reuterkiez nachhaltig sozial und lebenswert gestaltet wird.

Quartiersräte sind Gremien, die in den Berliner Quartieren des Programms „Soziale Stadt“ eingerichtet werden, um bürgerlicher Beteiligung in diesem Kontext einen legitimierten und anerkannten Rahmen zu geben.

Vor dem Hintergrund, dass die Förderung durch das Programm „Soziale Stadt“ im Reuterkiez 2016 ausläuft, arbeiten die Mitglieder des Quartiersrates und weitere Engagierte an der Konzeption dazu, wie zukünftig offen, unabhängig, selbstorganisiert und aktiv die Interessen der im Reuterkiez lebenden und arbeitenden Menschen vertreten werden können. Aktuell wird konkret  die Gründung eines ReuterForums diskutiert.

Information dazu finden Sie / findet Ihr in den Protokollen der durch das Büro UrbanPlus moderierten Workshops, weitere  Termine und Information zur Gestaltung einer Bürgervertretung im Quartier finden sich zukünftig in diesem Blog.  

Protokoll Quartiersrats-Workshop 1 „Ein neues Bürgerforum Reuterkiez – AnwohnerInnen vertreten ihre Interessen“

Hier finden Sie das detaillierte Protokoll des Quartiersrats-Workshops „Ein neues Bürgerforum Reuterkiez – AnwohnerInnen vertreten Ihre Interessen“

Tag/Zeit/Ort: Montag, 14.09.2015/19:00-21:45/elele Nachbarschaftszentrum, Hobrechtstr. 55

Thema:  Wie geht es weiter mit der bürgerschaftlichen Repräsentanz im Reuterkiez?

Beteiligte: Sarah Schaible (Quartiersrat (QR), Quartiersfonds 1 Beirat, lösenstattstreiten), Andreas Berg (QR), Andreas Haltermann (QR), Tom Küstner (Bündnis bezahlbare Mieten Neukölln), Christine Skowronska-Koch (Quartiersrat, elele Nachbarschaftszentrum), Ulrike Walther (QR, AG WUM, Bündnis bezahlbare Mieten Neukölln), Renate Neupert (QR, AG WUM), Bernd Wirths (QR), Dr. Christiane Droste (UrbanPlus), Thomas Knorr-Siedow (UrbanPlus), Christine Gohlke (UrbanPlus)

Tagesordnung: Entsprechend Einladung des QR (Anlage) sowie Informationen zum Stand der AG Kommunikation, eines Fundraising-Weiterbildungsangebots und der Jury für die Anlaufstelle.

Ergebnisse: Alle Ergebnisse finden Sie zusammengefasst in diesem pdf-Dokument zum Download: UrbanPlus_VAGR_Protokoll 1WS_QR_20151001

Protokoll Quartiersrats-Workshop 2 „Ein neues Bürgerforum Reuterkiez – AnwohnerInnen vertreten ihre Interessen“

Tag/Zeit/Ort:     Montag, 16.11.2015/19:00-21:30/elele Nachbarschaftszentrum, Hobrechtstr. 55

Thema: Wie geht es weiter mit der bürgerschaftlichen Repräsentanz im Reuterkiez?

Beteiligte: Andreas Haltermann (QR), Tom Küstner (Bündnis bezahlbare Mieten Neukölln), Christine Skowronska-Koch (Quartiersrat, elele Nachbarschaftszentrum), Ulrike Walther (QR, AG WUM, Bündnis bezahlbare Mieten Neukölln), Renate Neupert (QR, AG WUM), Ulrich Falke (QR, Anwohner), Claudia Schwarz (Runder Tisch Sprengelkiez), André Batz (Kommunikationsteam UrbanPlus), Ela Kagel (Kommunikationsteam UrbanPlus), Dr. Christiane Droste (UrbanPlus), Thomas Knorr-Siedow (UrbanPlus), Christine Gohlke (UrbanPlus)

Tagesordnung: Entsprechend Einladung des QR

Ergebnisse: Alle detaillierten Ergebnisse finden Sie in dem nachfolgenden pdf zum Download: UrbanPlus_VAGR_Protokoll 2WS_QR_20151204